Ein Detektiv verfügt über scharfe Sinne und nimmt während seiner Arbeit Dinge wahr, die dem unbeteiligten und in seiner eigenen Welt beschäftigten „normalen“ Menschen verborgen bleiben. Die Spürnase ist antrainiert, wobei natürlich eine gewisse Grundbegabung nicht fehlen darf. Nicht stimmige Zusammenhänge in einer Erzählung werden von einem beruflichen Ermittler im Nu aufgedeckt und auch sonst fällt alles auf, was wichtig sein könnte.
Es stellt sich nun die Frage, wie ein Detektiv im privaten Leben abschalten kann. Wird jede Aussage des Lebenspartners oder der Kinder ebenfalls – sozusagen automatisch – überprüft? Wird bei einem Abend mit Freunden das lustige, politische oder sehr ernste Gespräch ebenfalls analysiert? Ahnt der Detektiv schon beim nach Hause Kommen der Kinder, dass sie eine schlechte Note in der Schultasche haben?
Wie es auch Menschen aus allen anderen Berufen manchmal nicht möglich ist, einfach abzuschalten, wenn der Feierabend begonnen hat, so könnte auch der Detektiv hier seine Schwierigkeiten haben. Nicht nur, dass man sich automatisch mit einem schicksalshaften oder sehr schweren Fall gedanklich weiter auseinandersetzt: Ein gewisser Intelligenzgrad und Spürsinn gehört für die Ermittler einfach zum täglichen Leben. Da macht es wohl meistens keinen Unterschied, ob es ein laufender Fall ist oder eben eine Familienangelegenheit: Ermittelt wird rund um die Uhr.
Manchmal sind es aber auch Probleme, die ein Privatermittler mit nach Hause bringt. Es sind doch manchmal schlimme Schicksale, die sich hinter einem Fall verbergen und Menschen zu einem illegalen oder unmoralischen Verhalten verleiten, welches der Detektiv dann aufdeckt. Oft wird er sich fragen, ob es wirklich sein musste, dass zu allem Übel auch noch gesetzliche Konsequenzen dazu kommen, oder ob man nicht einfach hätte Stillschweigen bewahren können. Dies aber lässt die Berufsehre nicht zu, was durchaus zu Gewissenskonflikten führen kann, die der Detektiv dann mit in sein Privatleben nimmt.
